JANUAR 2020

Ein bisschen
wie die Nach

Foto von Barry Plummer
Worte von James Anderson

In einer neuen Serie, die sich mit der dunkelsten, unwiderstehlichsten und rebellischsten aller Farben beschäftigt, untersuchen wir den anhaltenden Einfluss von Schwarz auf Subkultur und Modelandschaft.

Die Farbe Schwarz wirkte schon immer wie ein Magnet auf Stilsichere und Kreative. Sie wurde auf geheimen Gigs, in Bars, Clubs und auf Raves getragen, in zukunftsweisenden Boutiquen geführt und in Musikvideos, auf Instagram oder begehrten Plattenhüllen gezeigt. Schwarz ist schließlich zeitlos, trendbeständig und wirkt ungezwungen cool. Es überrascht nicht, dass sich auch die richtungsweisendsten Modedesigner der Welt über die Jahrzehnte hinweg die Anziehungskraft der Farbe zunutze gemacht haben. Ausgehend von einer absichtlich eingeschränkten Farbpalette setzten sie die Schwarztöne in ihren neusten Kollektionen für maximale Wirkung bei minimalem Aufwand gekonnt in Szene.

John Lydon, Sänger und Cheftexter der Sex Pistols und auch bekannt als Johnny Rotten, hat in der Blütezeit des Punk in den 1970er Jahren und darüber hinaus eine Vielzahl denkwürdiger Outfits getragen. Hier möchten wir daran erinnern, wie seine eigene, sehr originelle Herangehensweise an Mode die perfekte Symbiose mit einem der legendärsten Kleidungsstücke aus dem Seditionaries Store einging, das 1976 von Vivienne Westwood und Malcolm McLaren entworfen wurde.

Johnny Rotten und der schwarze Bondage-Anzug aus dem Seditionaries Store

Als die Sex Pistols in ihrer Anfangszeit als die ultimativen Provokateure des Punk im inzwischen legendären Londoner Musikclub The 100 Club spielten, waren es nicht nur ihre laute Musik und ihre ungezähmte Energie, die Mitte der 1970er Jahre die Fans begeisterten. Die Band hatte auch einen großartigen Style. Dabei war es natürlich hilfreich, dass der Manager der Sex Pistols, Malcolm McLaren, der Partner von Vivienne Westwood war. Die bahnbrechenden Bekleidungs- und Einzelhandelsexperimente des Paares, die in ihrer sich ständig verändernden Boutique in der 430 Kings Road (die 1976 von SEX in Seditionaries umbenannt wurde) die passende Behausung fanden, sorgten dafür, dass die Bandmitglieder auf oder hinter der Bühne stets die neuesten und provokantesten Klamotten trugen.

Vor allem der Leadsänger der Sex Pistols, John Lydon (alias Johnny Rotten), ließ sich in Bezug auf seinen persönlichen Style nicht lumpen. Schließlich hatte er schon vor seinem Eintritt in die Band mit grün gefärbten Haaren experimentiert und seine Kleidung mit Sicherheitsnadeln und Ansteckern verziert, um ein antimodisches Statement zu setzen, das später viele jugendliche Punkfans nachahmen würden. Einer seiner coolsten Looks war wohl der schwarze Bondage-Anzug von Westwood-McLaren, den er zusammen mit einer coolen schwarzen Baskenmütze (die er sich von einer Freundin geliehen hatte) anlässlich einer Reise der Band nach Paris im Jahr 1976 erstmals öffentlich trug. Der zweiteilige Anzug war ein geniales, radikales Designexperiment; genderlos, aus schwarzer Baumwolle gefertigt, wurde er sowohl von Armee- als auch von Fetisch-Kleidung inspiriert. Er war mit Reißverschlüssen und D-Ringen verziert und verfügte über eine abnehmbare Gesäßklappe aus schwarzem Frottee, ganz zu schweigen von einem absichtlich unanständigen Reißverschluss, der vom Schritt bis zum Hinterteil reichte. Darüber hinaus hatte er große Taschen und verstellbare Kniebänder, die es dem Träger ermöglichten, seine eigenen Bewegungen zu beschränken. Die Gesamtwirkung verweist auf Zwangsjacken, die ja bekanntermaßen dazu benutzt werden, die körperliche Freiheit aufsässiger Psychiatriepatienten einzuschränken. „Diese Hosen, unsere Bondage-Hosen, waren eine Kampfansage an die Unterdrückung“, schrieb McLaren im Jahr 2007 in der englischen Tageszeitung The Guardian. Johnny Rotten wiederum pflegte eine Art Hassliebe zu dem aufmerksamkeitswirksamen Bondage-Anzug, der ihm so gut stand. In seiner Autobiografie aus dem Jahr 2014, Anger is an Energy: Mein Leben unzensiert, bezeichnete er ihn als das „störendste, ätzendste, lästigste Stück Kleidung überhaupt. Das Ding trieb mich zu blankem Hass. Einfach super!“

Die schockierte ältere Generation konnte damals in den 70er Jahren nicht verstehen, warum die eigensinnigen Jugendlichen solche scheinbar absurden Klamotten trugen. Unnötig zu sagen, dass diese ablehnende Haltung den Bondage-Anzug für rebellische junge Punks nur noch begehrenswerter machte und für rege Geschäfte im Seditionary Store sorgte. Diejenigen, die sich das Westwood-McLaren-Original nicht leisten konnten, improvisierten mit Hilfe von Gebrauchtkleidung, angenähten Reißverschlüssen und vielleicht einem um die Knie geschlungenen Gürtel ihre eigene Version des Bondage-Anzuges. (Diese Do-it-yourself-Herangehensweise an persönlichen Style wurde zu einem der aufregendsten Aspekte des Punk.) Heute ist der Prototyp des schwarzen Bondage-Anzuges Teil der ständigen Textilien- und Modesammlung des V&A-Museums in London. Eine weitere Würdigung seiner Originalität und Brillanz.

Jonny Rotten performing at the 100 Club with the Sex Pistols at the 1976 Punk Special

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