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OUTERWEAR

Blank
Canvas

Worte von Ben Perdue

Wenn man einem Klassiker Tribut zollt, der zu kultig für Veränderungen ist, bedeutet das in der Regel, dass man eine originale Reproduktion des klassischen Designs anfertigt und maximal einige moderne Akzente hinzufügt. Das trifft allerdings ganz und gar nicht auf den Parka zu. Wir interpretieren ihn ganz neu – so wirkt er vertraut und ist doch radikal verändert. Dieselben Wurzeln in der Subkultur, aber farblich neu interpretiert. Eine Abkehr von dem erwartbaren Olivgrün und Marineblau. Von den traditionellen Twillstoffen. Einerseits handelt es sich um den archetypischen Fishtail – andererseits wiederum doch nicht.

Es geht hier nicht um neu entdeckte Reinheit oder Minimalismus, sondern um eine bis ins Mark reichende Disruption. Ein komplettes Abtragen und Entfernen von Farbe stellt den Status quo in Frage. Zur subversiven Geschichte monochromatischer Kunstwerke gehört es, die Regeln der Kunstwelt bereits in den 50er Jahren aufgebrochen zu haben. Dazu gehören Werke wie Robert Rauschenbergs ikonische „White Paintings“ („Weiße Gemälde“), deren Leinwände vollständig in Weiß gehalten sind und das stille Stück 4'33 des Klangkünstlers John Cage, eine Performance ohne Noten, die Geräusche statt Farbe ausblendet. Dieselbe Einstellung fühlt sich am Rande eines Sonntagsspiels genauso relevant an. Ersichtlich wird das unter anderem an der Wiederbelebung der schwarzen Fußballschuhe, die als Statement gegen die Besessenheit des Spiels von grellen Farben und als Sieg des Stils über die Substanz gesehen werden können. Wo Monochrom wieder eine Außenseiterwahl ist.

Seine interkulturelle Resonanz, die Verwischung der Grenzen zwischen Hoch- und Alltagskultur, spiegelt den demokratischen Reiz eines solchen reduzierten Ansatzes wider. Eine einfache Idee mit tieferer Bedeutung. Der Blick wird zurückgelenkt auf das Design, das den Militärparka so zeitlos macht, indem Ablenkungen beseitigt werden und der Fokus sich wieder auf Silhouette und Details richtet. Er wird universell zugänglich und zum Symbol der Zweckmäßigkeit. Ein Parka in Weiß bietet keinen Platz zum Verstecken. Er widersetzt sich der Norm, wie die Beatles auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft, als sie mit The White Album mit der musikalischen Tradition brachen, indem sie zugunsten eines völlig weißen Covers komplett auf eine kommerzielle Albumgestaltung verzichteten. Oder das verzinkte Cover des New Order Albums Brotherhood. Und sogar das Sandpapier-Cover des 80er Jahre Post-Punk Meilensteins, The Return of the Durutti Column.

„Es ist ein mutiges Statement“, so Phil Barton, Inhaber des in Soho beheimateten Plattenladens und der Subkultur-Institution Sister Ray. „Als Metallica 1991 ihr komplett schwarzes Metallica Album herausbrachten, vermittelte das auch so ein gewisses Beatles-Gefühl. Heute nimmt man, wie bei The White Album auch, nur noch anhand seiner Farbe, Schwarz, darauf Bezug.“ Und während auch Bands wie The Pet Shop Boys im Laufe der Jahre mit ihren rein weißen Designs, überlagert von einzelnen Wörtern und nüchternen Bildern, für minimalistischere Albumcover plädierten, fehlte bei ihnen das Gefühl fürs Timing. „Weil man leicht behaupten kann, dass The Black Album und The White Album diese Bands auf dem Höhepunkt ihrer kreativen Schaffenskraft zeigen. Sie hatten die Songs und den Glauben an sich selbst, um das Ganze erfolgreich durchzuziehen.“

Vor allem bietet dieser neue weiße Look des Parkas eine leere Leinwand. Rauschenbergs einfache Bilder waren nicht nur deshalb so wichtig, weil sie unkonventionell waren, sondern auch weil jeder Betrachter in ihnen etwas anderes sah. Wenn ein Stück von seiner normalen Farbe und den üblichen Assoziationen befreit wird, ist sein kreatives Potenzial grenzenlos. In die Ausgangslage zurückgesetzt, bieten sich auf einmal wieder unbegrenzte Möglichkeiten, wie sich diese Ikone der Subkultur im Laufe der nächsten Generationen weiterentwickeln kann. Was wirst du mit deinem machen?