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MUSIK

Glasvegas

November 2019

Schlagzeugunterricht mit Jonna Löfgren von Glasgows bester Band, Glasvegas.

Damals im Jahr 2010 hatte ich gehört, dass Glasvegas einen neuen Schlagzeuger suchte, und zwar jemand, der im Stehen spielt. Ich habe mich beworben und hab den Job bekommen.

Einen Monat später: Ich habe meine Heimat in Nordschweden verlassen und bin in ein Hotel in Glasgow gezogen. Plötzlich war ich ein neues Bandmitglied, hatte mit Sprachschwierigkeiten zu kämpfen und habe für meine erste Welttournee mit den Jungs geprobt. Ich hatte vorher noch nie im Stehen gespielt, doch ich war gleich begeistert von der Idee. Es macht wahnsinnig viel Spaß, sich beim Spielen frei bewegen zu können, ich kann sogar ein wenig tanzen, wenn die Stimmung passt. Mit Glasvegas spiele ich hauptsächlich sehr offene Grooves und fast nie über Kreuz, während ich beim Sitzen eigentlich immer mit überkreuzten Händen spiele. Die offene Spielweise gibt mit die Freiheit, meine Arme so viel oder so wenig auszubreiten, wie ich mag. Ich liebe es, mit vollem Körpereinsatz Schlagzeug zu spielen. Eine Win-Win-Situation also!

Das ist mein Setup. Ich verwende links ein Doppel-Kickpedal, nutze aber nur das extra Pedal, das sich unter meiner Floortom befindet. Das Doppelpedal verschafft mir Platz. Sonst müsste ich meinen Fuß zwischen die Snare und die Floortom zwängen, um die Kickdrum zu treffen. Abgesehen davon nutze ich eine einfache Ausstattung. Ich spiele viele Grooves, bei denen ich die Floortom als Kickdrum nehme. Viele Strophen werden allein mit den Händen gespielt und beim Refrain kommt dann die Kickdrum ins Spiel. Das ist ziemlich praktisch, da ich so nicht das ganze Set hindurch auf einem Bein stehen und die Kickdrum spielen muss.

So sieht das zum Beispiel bei unserem Song Euphoria, Take My Hand aus, wenn wir live spielen.

Beim Warmspielen mag ich die Abwechslung. Ich habe verschiedene Phasen, in denen ich gern experimentiere. Bei einer neuen Tour probiere ich auch ein neues Warmup aus, allerdings plane ich das nicht groß, es entwickelt sich ganz spontan.

Zum Beispiel gab es Zeiten, in denen ich eine Stunde vor der Show mit dem Aufwärmen begonnen habe. Ich habe meine Kopfhörer aufgesetzt und sehr laut Musik gehört. Manchmal laufe ich auch in irgendeinem Flur oder Treppenhaus auf und ab. Nur um ein wenig in Schwung zu kommen. Danach mache ich ein paar Liegestütze und Sit-ups, um den ganzen Körper aufzuwärmen. Wenn ich schön warm bin, schnappe ich mir die Sticks und wärme meine Hände und Handgelenke auf. Ich schleppe kein Übungspad mit mir herum, daher freue ich mich immer, wenn die Couch im Ankleidezimmer sich perfekt zum Aufwärmen eignet. Das ist besser als Handtücher zu stapeln, die ja doch alle 20 Sekunden runterfallen. Das Couch-Getrommel geht dem Rest der Band wahrscheinlich extrem auf die Nerven, aber sie sind unglaublich nett und unterstützen mich immer, also haben sie in neun Jahren noch nie ein Wörtchen darüber verloren.

Meine Lieblingsübung beim Warmup sind umgekehrte Doppelschläge. Damit werden meine Hände am schnellsten warm. Dann versuche ich, das nächste Set Doppelschläge so laut wie möglich zu machen. Das klingt etwa so: Rllr Rllr Rllr Rllr und dann mit Fokus auf Links LrrlLrrlLrrlLrrl.

Ich spiele einfach mit ein paar verschiedenen Rudiments. Dabei trage ich meistens Kopfhörer und höre Musik, während ich irgendwelche Grundübungen mache, um die Handgelenke zu lockern. Bei manchen Touren besteht mein Warmup nur aus einer Plank und ein wenig Tanzen oder ich mache etwas Yoga, zum Beispiel ein paar Sonnengrüße. Mir ist es inzwischen egal, was die Leute denken, wenn sie mich so sehen. Für mich zählt nur der Rock ’n’ Roll!